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Tiefensee: Thüringer Wirtschaft deutlich innovativer geworden - InnoCON zeigt Innovationen aus Thüringen / Digitalpreis verliehen

Aber: Weiter Unterstützung der öffentlichen Hand nötig – Land soll Kofinanzierung von EU-Fördermitteln sicherstellen / Jahresveranstaltung InnoCON zeigt Innovationen made in Thüringen / Verleihung des Thüringer Digitalpreises an LINT GmbH, rooom AG und IG Papiergraben e. V.


Nach Einschätzung von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee ist Thüringens Wirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich innovativer geworden. „Unsere Unternehmen haben bei der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen enorm aufgeholt“, sagte Tiefensee heute bei der InnoCON 2020, der zentralen Jahresveranstaltung zur Thüringer Innovationsstrategie. So sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung seit 2008 um 48 Prozent auf inzwischen gut 1,4 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen. Dabei werde allerdings weiterhin gut die Hälfte dieser Mittel vom Land bereitgestellt, betonte der Minister. Grund: Die überwiegend mittelständische Wirtschaft im Freistaat kann teure Entwicklungskosten oftmals nicht allein tragen. „Innovation ist für uns dennoch der einzige Weg, um auf den Weltmärkten konkurrenzfähig zu bleiben“, betonte der Minister. Er appellierte daher an den Landtag, auch in den laufenden Haushaltsverhandlungen einen klaren Schwerpunkt auf Wirtschaft und Forschung zu legen und insbesondere die Kofinanzierung der europäischen Fördermittel über die gesamte nächste Förderperiode sicherzustellen – „nachhaltiger und zukunftsorientierter kann Geld nicht angelegt werden“.

Allein in der laufenden Förderperiode (2014–2020) seien im Zusammenhang mit der Thüringer Innovationsstrategie mehr als 600 Vorhaben im Bereich Forschung und Entwicklung, u.a. rund 100 FuE-Verbundvorhaben und über 350 einzelbetriebliche FuE-Projekte (einschl. Innovationsgutscheine) gefördert, sechs Innovationszentren unterstützt und mehr als 100 Millionen Euro an FuE-Mitteln aus Bundes- und EU-Programmen eingeworben worden, so der Wirtschaftsminister. Die FuE-Aktivitäten umfassten dabei die gesamte Breite der vier Spezialisierungsfelder und des Querschnittsfelds der Innovationsstrategie, bspw. Themen wie Fertigungstechnologien, Optik, Sensorik und Photonik, Medizintechnik, Mobilität, Robotik und Künstliche Intelligenz. Künftig gehe es darum, Innovationsfelder noch besser branchen- und technologieübergreifend zu erschließen und Zukunftsthemen wie die Digitalisierung und CO2-ärmere Produktion stärker zu besetzen, betonte Tiefensee.

Beispiele für die hohe Innovationsfähigkeit der Thüringer Wirtschaft fanden sich auf der diesjährigen, erstmals in einem rein digitalen Format durchgeführten InnoCON: Desinfektionsroboter, die Keimen zuverlässig den Garaus machen, smarte integrierte Funksysteme, mit denen intelligente Autos ihr Umfeld erkennen, oder auch ein neues Antibiotikum gegen Tuberkulose – diese und viele weitere spannende Entwicklungen und Technologielösungen aus Thüringen waren hier im virtuellen InnoMARKT zu entdecken. Die Online-Ausstellung kann bis Ende des Jahres über die Veranstaltungsseite www.innocon-thueringen.de besucht werden. Im sogenannten InnoPITCH stellten zudem 20 Unternehmer/innen und Forscher/innen im Fünf-Minuten-Takt ihre zukunftsweisenden und anwendungsbezogenen Projekte vor; das Spektrum reichte hier von innovativen Medikamenten über das Auto von morgen bis hin zum „Internet der Dinge“. An der diesjährigen InnoCON nahmen insgesamt rund 350 Zuschauerinnen und Zuschauer online teil.

Ein zentraler Programmpunkt der Konferenz war auch die Prämierung der Preisträger des „Digital- und Open-Source-Preises Thüringen 2020“: Wirtschaftsminister Tiefensee und Heiko Kahl, Geschäftsführer der Digitalagentur Thüringen, verliehen Preise in drei Kategorien an innovative Anbieter zukunftsorientierter Digital-Lösungen. „Mit dem heute verliehenen Preis wollen wir die Kreativität regionaler Unternehmen und Institutionen im Bereich der Digitalisierung honorieren“, sagte Tiefensee. „Gerade für kleine Unternehmen können digitale Lösungen und das Open-Source-Modell einen Zugang zu Geschäftsmodellen schaffen, von denen sie sonst ausgeschlossen wären.“ Wesentliche Entscheidungskriterien waren deshalb Innovationsgrad der Lösung, Relevanz für die Praxis sowie Übertragbarkeit und Skalierbarkeit.

In folgenden drei Kategorien wurden folgende Preisträger ausgezeichnet:

Digitale Geschäftsmodelle: Preisträger LINT GmbH aus Erfurt, deren Lösung eine dezentrale Vermietung von Arbeitsgeräten unter Nutzung der Blockchain-Technologie ermöglicht.

Digitale Produkte: Preisträger rooom AG aus Jena, die eine Komplettlösung für die Durchführung virtueller Veranstaltungen in einer 3D-Umgebung geschaffen hat.

Open-Source-Lösungen: Preisträger IG Papiergraben e. V. aus Weimar, die mithilfe von Open-Source-Lösungen die Durchführung von Ferienveranstaltungen für sozial schwache Familien wesentlich vereinfachen.

Der Preis wurde zum zweiten Mal verliehen; das Wirtschaftsministerium stellte dafür Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 Euro bereit. Organisiert wurde der Wettbewerb von der Digitalagentur Thüringen, dem Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0 und dem Branchenverband ITnet Thüringen e. V. Mit 23 Einreichungen verdoppelte sich die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zum Vorjahr.

„Die InnoCON zeigt, dass unsere Innovationsstrategie durch erfolgreiche Projekte mit Leben erfüllt wird. Unser Anliegen war es, diese Projekte heute zu präsentieren“, sagte Andreas Krey, Geschäftsführer der LEG. „Der heutige Austausch diente erfolgreich der weiteren Zusammenarbeit verschiedenster Akteure und damit der künftigen dynamischen Entwicklung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Thüringen.“ Die Jahresveranstaltung ist ein wesentlicher Beitrag zur Durchführung und strategischen Weiterentwicklung der Thüringer Innovationsstrategie und stand unter dem Motto: „Auf dem Weg zu innovativen Wertschöpfungsnetzwerken“. Hauptreferent der diesjährigen InnoCON war Dr. Stefan Traeger, CEO der Jenoptik AG; sein Vortrag befasste sich mit dem Innovationsmanagement und -ökosystem der Jenoptik AG. Organisiert wurde die Veranstaltung von der LEG Thüringen mit ihrem Team Thüringer ClusterManagement (ThCM) im Auftrag des TMWWDG. Grundlage für den virtuellen Ablauf der gesamten InnoCon war die neue technische Infrastruktur, über welche die LEG im Rahmen ihres Digitalformats „log.in Thüringen“ seit diesem Jahr in ihrem Veranstaltungsbereich COMCENTER Brühl in Erfurt verfügt.

Hintergrund
Im Sommer 2010 beschloss der Europäische Rat, mit der Wachstumsstrategie „Europa 2020“ intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum in ganz Europa zu forcieren. Alle 271 europäischen Regionen wurden gebeten, regionale Innovationsstrategien zu erarbeiten, um die knapper werdenden Mittel aus den Strukturfonds effizienter einzusetzen und ein unverwechselbares Spezialisierungsprofil zu entwickeln. Die jeweiligen Strategien sind für die einzelnen Regionen eine zentrale Voraussetzung, um in der aktuellen Förderperiode EU-Mittel in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation einzusetzen. Die Thüringer Innovationsstrategie wurde vom Thüringer Kabinett am 10. Juni 2014 beschlossen und im Dezember 2014 mit Genehmigung des Thüringer EFRE-OP von der EU-Kommission bestätigt. Seit Anfang 2015 befindet sich die Strategie in der Umsetzung.

Das Thüringer ClusterManagement (ThCM) ist im Auftrag des Freistaates Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) tätig und wird mit Mitteln der Europäischen Union (EFRE) kofinanziert. Das ThCM unterstützt die strategische Entwicklung besonders leistungsfähiger, innovativer Cluster in den Spezialisierungsfeldern und dem Querschnittsfeld der Thüringer Innovationsstrategie (RIS3). Es nimmt unter anderem die Aufgabe der RIS3-Geschäftsstelle wahr und ist damit zuständig für die Steuerung der prozessorientierten Umsetzung der Strategie. Das ThCM koordiniert und unterstützt darüber hinaus generell Thüringer Clusterakteure und stärkt nachhaltig bestehende Clusterstrukturen. Weiterhin organisiert und unterstützt das ThCM Veranstaltungen und Messen mit cluster- und innovationspolitischer Bedeutung. Es unterstützt Firmen und Forscher bei der Initiierung von FuE-Projekten inklusive der Einwerbung von EU- und Bundesmitteln.

Pressemitteilung des TMWWDG

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Holger Heyer

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